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6. September 2016

Paul

Sind wir draußen unterwegs, ist es ganz klar Manfred, der am meisten zu tun hat. Er versucht, bei jedem Spaziergang mindestens die dreifache Distanz zu laufen, und das gelingt ihm sehr gut. Gefolgt wird er von Babette, unserer jungen Golden Hündin. Die liebt Manfred und lebt nach dem Motto: Wo du hingehst, da will ich auch hingehen… Also weiß man immer, wo sie ist. Kurz hinter Manfred. Sehr beschäftigt ist natürlich auch Paul. Der cockert sich durch Gräser, Gräben und alles Gelände mit tiefer Nase, immer sehr ernsthaft natürlich. Manou ist mit ihren 11 Jahren ruhiger geworden und schaut erst mal, ob es sich auch lohnt. So dreht sie energieschonend ihre Runden, die anderen immer im Blick, falls da mal wirklich was sein sollte – ein Reh beispielsweise.

Zuhause und im Büro verfällt Manfred regelmäßig in Tiefenentspannung. Er verschläft den Vormittag im Büro und kann auch im Haus für Stunden im Entspannungsmodus verbleiben. Das gilt auch für Manou, nur dass die ihre angestammten Plätze dafür braucht. Babette dagegen hat eher Hummeln im Hintern und ist immer für eine Überraschung gut. Papier zusammengesammelt im Büro, Pappkartons neu sortiert, Stöcke aus dem Garten im Haus zerlegt oder Blumenerde verteilt – immer in Bewegung. Zumindest sehr oft.

Mit Abstand allerdings hat Paul am meisten zu tun im Haus. Es gilt, seine Ressourcen zu bewachen. Da ist natürlich das Bett, dass unbedingt gegen unerlaubten Zutritt von – im schlechtesten Falle Manfred – verteidigt werden will. Und dann sind da die Hündinnen. Täglich mehrere Male müssen sie geruchlich kontrolliert werden. Und beim Gang in den Garten werden sie begleitet – unbedingt muss seine Marke über die ihre gesetzt werden. Dann ist da noch die Beute. Ein Stofftier wird gehütet, tot geschüttelt und dann im Garten vergraben – zumindest symbolisch. Und es ist völlig undenkbar, dass ein Mensch einen anderen Hund aus unserer Gruppe streichelt. Paul ist sofort zur Stelle und drängt sich gnadenlos nach vorne oder auf den Schoß. Wenn ihm nicht von Zeit zu Zeit Grenzen setzen würden, wäre er wahrscheinlich völlig erschöpft.

Während unseres Urlaubes hatten wir liebe Menschen, die sich um Haus und Hunde kümmerten. Die Golden fanden das völlig in Ordnung. Vom Ein-Mensch-Hund sind sie weit entfernt und leicht einzunehmen. Paul fand die „fremden“ Menschen bis zu einem gewissen.Grad ganz in Ordnung. Aber es brachte doch sein Weltbild empfindlich ins Wanken, dass diese sich so in Seinem Haus und Hof breitmachten. Also hat er wenigstens den Garten umgegraben. Es ist wirklich interessant, wie ein so kleiner Hund derartige Katerlandschaften erzeugen kann. Es brauchte 10 Säcke Gartenerde, um diese wieder zuzuschütten. Vorher wäre der Aufsitz-Mäher entgleist. Und so war er auch derjenige, der mit unserer Rückkehr am zufriedensten war. Endlich – die Ordnung wieder hergestellt.


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23. August 2016

Babette ist nett… manchmal.

Welpen und junge Hunde findet eigentlich jeder niedlich. Das ist auch gut so, ansonsten würden wohl so manche ihre Jugendzeit nicht überstehen. Denn Welpen können ihre Besitzer auch zur Weißglut treiben. Zumindest kann das unser Neuzugang Babette. Es ist zu vermuten, dass sie sich vor dem Einzug über alle Klischees kundig gemacht hat. Wie sonst wäre zu erklären, dass sie den Klassiker Toilettenpapier gänzlich abrollen schon kurz nach ihrem Einzug perfekt beherrschte – man mag gar nicht glauben, wie lang diese Dinger sind. Auch das Zerstören von Federkissen konnte sie aus dem Effeff – und saß völlig unschuldig inmitten einer Wolke aus weißen Federn in unserem Schlafzimmer – an denen der Staubsau​g​er fast kapituliert hätte. Eine weitere Glanzleistung war das Apportieren von gefüllten Blumentöpfen aus dem Garten. Diese hinterließen eine Spur des Schreckens aus schwarzer Erde durch die ganz Wohnung. Überhaupt – auf Garten und Tiefbauarbeiten versteht sie sich gut. Tiefe Löcher pflastern ihren Weg im Garten. Und mein liebevoll gepflegter, kleiner Rosenstamm war auch mit intensiv-medizinischer Behandlung nicht mehr zu retten – die Rinde am filigranen Stamm war fein säuberlich abgezogen. Nicht sprechen wollen wir hier von zerkauten Handfeger und Kehrblechen, zerkleinerten Ästen im Wohnzimmer und überhaupt der Vorliebe für das Kauen an allem möglichen und unmöglichem – wie beispielsweise Verbindungskabeln für den neuen Fernseher.

Überzeugt hat sie mich allerdings von der Sinnhaftigkeit von Kauartikeln für Hunde. Während Manfred und Paul diese nur kurz und lustlos in den Fang nehmen, Manou dagegen versucht, diese in einem Stück zu schlucken – Babette kaut mit Begeisterung. Lange und ausgiebig. Die Geschmacks- und Herkunftsrichtung ist ihr dabei egal. Aber sie kaut auch gerne an frischen und alten Rosenstämmen, die Dornen scheinen sie überhaupt nicht zu stören. Anschließend sitzt sie sehr dekorativ und zugegeben niedlich auf der Gartentreppe. Ihr Glück. Und die Tatsache, dass ich wahrscheinlich schon in wenigen Monaten vergessen habe, was sie alles zerstört hat. Wenn ich mir nicht durch eines der Löcher im Garten das Bein breche…


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1. August 2016

Die Italian Connection

Auf der Suche nach einem neuen Hund war ich schon länger​e Zeit, was sich als ziemlich schwierig erwies. Schließlich wurde ich fündig und wir planten, uns den Züchter und die Hunde mal in Ruhe anzusehen – vielleicht verbunden mit einer kleinen Auszeit. Aber im Leben kommt es immer anders: auf einmal ergab sich die Möglichkeit, sofort einen Welpen​ aus Italien​ zu bekommen, dessen Käufer leider absagen mussten. Und noch dazu komplett geimpft und dabei sehr nah an meinen Vorstellungen. Natürlich waren die Wochen voller Termine und rein vernünftig hätten wir auch noch weitere ​vier​ Wochen warten können. ​Vier​ ganze Wochen​ (!!!)​, so lange wollte ich denn doch nicht abwarten. Zufällig brachte mich jemand auf die Idee, doch ein Flugzeug zu nehmen. Bei 12 Stunden reine​r​ Fahrtzeit hin und ebenso lange wieder zurück war das eine echte Alternative. Also nach einem Flug gesucht. Gar nicht so einfach und nur telefonisch zu erfragen. Bei einem Flughafen hätte der Welpe zwar 75 kg wiegen können, aber nicht höher als ein Dackel sein können. An dieser Stelle mal ein lobendes Wort über die Mitarbeiter von AirBerlin, die sich viel Mühe gegeben und schließlich einen passenden Flug gefunden haben. Und so standen wir voll banger Erwartung vor der Tür des Züchters. Wie wird der Welpe sein? Aber alle Bedenken waren überflüssig. Die kleine Babette und auch die anderen Hunde waren so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Und wir packten die Kleine schließlich in unseren Mietwagen. Ich fand es schon immer einen harten Moment, wenn so ein Zwerg auf einmal aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird, auch wenn sich das wohl kaum vermeiden lässt. ​

S​o saß sie im Fußraum und schaute schon sehr bedauernswert aus der Wäsche. Glücklicherweise war sie Autofahren gewohnt. Nach einer Stunde die erste Pause, da wurde noch etwas zaghaft geschnuppert. Beim zweiten Stopp zeigt sie schon weitaus mehr Zutrauen und folgte uns wedelnd einen Feldweg entlang. Am Flughafen angekommen allerdings hatte dieses Zutrauen seine Grenze, als donnernd die Flugzeuge über uns hinweg flogen. Am Ende saßen wir zwei dann ziemlich erschöpft in der Abflughalle. Doch nahezu jeder zweite​ Mensch​ blieb stehen und machte eine freundliche Bemerkung über den Hund – Norditaliener sind schon sehr hundefreundlich! Babette war an einen Flugkäfig gewöhnt worden, weil sie nach Skandinavien fliegen sollte. Inmitten dieser neuen Situation nahm sie darin auch gerne Platz. ​Doch dann kam der Moment, an dem wir sie abgeben mussten. Der arme Hund, wie war ich nur auf diese Idee gekommen. Aber​ es gab​ kein Zurück mehr. Mein Mann beobachtete sogar noch, wie sie eingeladen wurde. Ich dagegen saß die gute Stunde wie auf heißen Kohlen und bei jeder Bewegung des Flugzeuges wurde mein Gewissen schlechter. Bei der Ankunft lief alles ebenso reibungslos wie beim Abflug und wir konnten Babette in Empfang nehmen, noch bevor die Koffer ausgeladen waren. Sie war ein wenig beeindruckt, aber durchaus noch bei Kräften. Bei der Fahrt nach Hause konnte sie schon wieder wedeln. Am nächsten Tag nahmen wir uns mittags ein Auszeit. So eine neue Umgebung ist doch anstrengend und dann noch all die anderen Hunde. Sie rollte sich neben mir ein und schlief erst einmal tief und fest. Danach war alles besser. Jetzt ist sie ein paar Tage bei uns und ich kann nur bewundernd sagen, wie gut ein junger Hund Veränderungen wegsteckt. Und in der Rückschau lässt sich schwer sagen, wer den Flug schlimmer fand – sie oder ich. Vermutlich letzteres…


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21. Juli 2016

Es ist heiß. Richtig heiß.

Das finden auch unsere Hunde. Mit Ausnahme von Babette. Die veranstaltet auch in brütender Mittagshitze ihre Sprints, liegt ungerührt lange in der Sonne und fühlt sich pudelwohl. Nachts schläft sie halb im Freien auf der Gartentreppe. Gutes Wetter für eine, die aus Italien kommt. Paul, Cocker​ Spaniel​ und Schotte, findet das ganz und gar nicht. Er hechelt, sogar im kühlen Haus. Spazieren​ ​gehen ohne Wasser geht nur, wenn man ihn vorher unter den Gartenschlauch gestellt hat. Und die Nächte erst. Da kämpft sein Bedürfnis, weich zu liegen mit dem Bedürfnis nach Kühle auf den Fliesen. Und so ist er die Nacht über, immer unterwegs zwischen diesen beiden Extremen.

Manfred dagegen ist ein echter Fan von kühlem Untergrund. Man findet ihn immer auf Fliesen. Besonders nachts sind wir schon öfter über ihn gestolpert im Badezimmer. Ansonsten ist er sehr lieb und ruhig zur Zeit. Manou weiss auch bei diesem Wetter ihren Korb zu schätzen und verlässt ihn nur a​usnahmeweise, um direkt daneben – und nicht weiter – sich etwas auf dem Boden abzukühlen. Das gilt für Haus und Büro. Aber sie genießt zwischendurch auch Sonnenbäder im Garten oder eine Pause im Schatten unter den Bäumen.

Spazierengehen findet jetzt hauptsächlich am Bach statt. Wir laufen auf dem Weg, die Hunde im Wasser, zwischendurch tauchen sie mal wieder auf, schlagen kurz bei uns an und verschwinden wieder im kühlen Nass. Das bringt sogar die alte Manou wieder auf Touren. Insgesamt erinnert es stark an die Begeisterung unserer damals noch kleinen Kinder im Schwimmbad. Wir alle gemeinsam genießen die Abende auf der Terrasse. Es ist ruhig, etwas kühler, wir alle schauen den Vögeln zu oder später den Fledermäusen. Viel schöner als im Winter, dieses neue Wohnzimmer, finden alle. Ein später Spaziergang in der Dämmerung rundet das Ganze ab. Ein Hoch auf den Sommer…


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21. April 2016

Mit dem Hund im Restaurant

Babette auf Reisedecke Livingston

Es gibt Dinge, die sind im Leben einfach wichtig. Also in unserem Leben ist es die Tatsache, dass ein Hund sich im Restaurant gut benimmt. Und das können unsere Hunde im Vergleich zu manch anderem wirklich hervorragend.

​Kürzlich war ​die kleine ​Babette an der Reihe, dies zu lernen. So nahmen wir sie also gut ausgetobt mit zu einem Italiener und setzten uns in einem ruhigen, kleinen Seitenraum. Anfangs war sie noch unruhig und wollte die Gegend erkunden, lernte aber, dass dies nicht unbedingt gewünscht war. Nach dem ersten Happen Weißbrot in Olivenöl begriff sie zudem sehr schnell, dass unter dem Tisch mit Blick auf den Tisch der beste Ort sei. Ein wenig von der Vorspeise und dann eine Wartepause, in der sie tatsächlich ein wenig schlief. Nun setzte sich ein Gast an den Nachbartisch und beobachtete, dass Babette vom Tisch gefüttert wurde. Das sei jetzt aber nicht zuträglich für die Erziehung oder wollten wir etwa, dass der Hund später am Tisch bettelt um Futter. Recht hat er, der Mann. Allerdings sind wir jetzt gut mittelalt, die Kinder aus dem Haus oder fast. Und auch kein Vorbild. Und wenn wir denn so schlemmen mit einem Hund, der ordentlich auf der mitgebrachten Reisedecke Livingston unter dem Tisch liegt und huldvoll einige Brocken entgegen nimmt, dann gönnen wir uns das. Wozu sind schließlich Regeln da, wenn man sie nicht auch über den Haufen werfen kann. Das Essen war vorbei und wir gaben diesen Auch-Hundebesitzer völlig recht.

Da betrat der Restaurant-Besitzer den Raum und begann, unseren Hund mit Resten aus der Küche zu füttern. Babette fand das absolut in Ordnung und hat vor allem eines gelernt: zum Italiener gehen lohnt sich. Unterm Tisch liegen auch. Unbedingt.


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14. April 2016

Zecken-Prävention – Gift oder Schutz?

Der Frühling ist da – zumindest an manchen Tagen – und schon hat man als Hundebesitzer wieder mit diesen kleinen Plagegeistern zu kämpfen – den Zecken. Im Kampf dagegen werden Mittel eingesetzt, die mir zumindest nicht gesundheitsfördernd erscheinen. Ehrlich gesagt habe ich schon ein etwas mulmiges Gefühl, wenn ich meine eigenen Hunde mit diesem „Gift“ beträufle. Das geht wohl vielen anderen auch so. Kein Thema wird derzeit in Hundeschulen und Trainingsplätzen so diskutiert. Und das gibt es die verschiedensten Ratschläge – von Kreuzkümmelöl über das beliebte Kokosöl bis hin zum Bernsteinhalsband.
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass wir früher einfach gar nichts unternommen haben und die Zecken einfach absammelten. Die Hunde hatten keine Probleme. Aber die Zeiten haben sich verändert. Durch unsere Mobilität und auch wohl durch den Klimawandel breiten sich von Parasiten übertragene Krankheiten auch in Deutschland immer weiter aus, die wir eigentlich nur aus den südlichen Gefilden kannten. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren wohl noch eher verstärken.

Zudem ist einer meiner eigenen Hunde vor einigen Jahren an Borreliose erkrankt. Bei den doch sehr vielfältigen Symptomen hat es eine ganze Weile gedauert, bis diese Diagnose gestellt wurde. Die Zeit dazwischen war sehr unangenehm und der Hund hat gelitten. Sie wurde dann erfolgreich mit einer Langzeit-Antibiose behandelt und ist wieder fit. Aber das möchte ich nicht noch einmal erleben.
Hinzu kommen inzwischen auch die von Stechmücken übertragenen Krankheiten, die man inzwischen in manchen Regionen Deutschlands findet und die hier übertragenen Krankheiten haben sehr weitreichende Folgen für die Hunde.
Und so entscheide ich mich bei meinen Hunden für eine Vorsorge vom Tierarzt. Es ist ein wenig die Wahl zwischen zwei Übeln. Glücklicherweise vertragen unsere Hunde die Präparate gut.
In dieser Frage muss wohl jeder Hundebesitzer selbst entscheiden und die Verantwortung für sich und seinen Hund übernehmen.
Hilfreich ist, wie bei jeder Entscheidung, gute Information. Deshalb habe ich den Link eines Tierarztes www.tierarzt-rueckert.de angehängt, der seine zugegeben persönliche Sicht der Dinge schildert. Trotzdem ist es ein guter Überblick. Und wer noch tiefer in die Materie einsteigen will, dem sei die Leitlinie des Bundesverbandes deutscher Tierärzte empfohlen: Tierärzte Hamburg


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24. März 2016

Männersachen

Manfred und Paul haben eine Männerfreundschaft. Die Bedingungen und Regeln sind zugegebenermaßen ziemlich einseitig. Paul, der Cocker, hat sie festgelegt. Das bedeutet, dass nur gespielt wird, wenn Paul das will. Und so gespielt wird, wie Paul das will. Dann allerdings mit Begeisterung und meistens im Liegen. Für Paul von Vorteil, denn er ist ganz klar der Kleinere. Paul bestimmt auch das Ende einer Session, zumeist mit unfreundlichem Knurren. Dann folgt noch eine Weile Körperpflege – Manfred wird abgeleckt – dann ist Ruhe. Das Bett wird nur bei Zwangsmaßnahmen von Menschen für Manfred freigegeben. Und niemals, absolut niemals, darf Manfred an Pauls Beute. Aber er soll dabeistehen und zusehen. Und doch, beide sind zufrieden mit dieser Regelung. So lange, bis eine Frau in ihr Leben tritt.

Diese kam in Form einer kleinen Golden-Hündin, die Pauls Unfreudlichkeiten weitgehend ignorierte und ihn sogar zum Spiel aufforderte. Und dann Manfred um ihre kleine Pfote wickelte. Sie hat genau die richtige Mischung an den Tag gelegt: Keck und jederzeit zu Unsinn aufgelegt und gleichzeitig dieser ganz spezielle, bewundernde Blick, der signalisiert: Ach Manfred, was bist du für einer schöner, großer Rüde. Und so verbringen die beiden jetzt wunderbare Zeiten miteinander. Sie spielen, bis man sie schließlich davon abhält. Auch im Garten kann man etwas miteinander machen. Babette hat schnell gelernt, dass es gut ist, sich flach auf den Boden zu legen, wenn Manfred auf sie zustürmt. Als absoluter Grobmotoriker kennt er nämlich keine Rücksicht und sie fliegt im hohen Bogen. Aber das hat sie nun im Griff und umkreist ihn in ihrem Welpengalopp, was ihm offensichtlich gefällt.


Nur Paul, der ist sichtlich genervt. Plötzlich gibt es eine Alternative und Manfred lässt sich nur zu gerne verführen. Nein, so ganz ist die Freundschaft nicht zur Seite gelegt. Aber es ist schon hart, wenn die Beiden spielen und Paul einfach nicht dazwischen kommt. Aber es gibt sie noch, diese Momente, wenn Paul mit Hingabe Manfreds Ohren leckt und der dabei ganz schläfrig wird. Am Ende des Tages wird aus dem bisherigen Dreamteam vielleicht ja noch ein Flotter Dreier…


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3. März 2016

Gut gemeint heißt noch lange nicht gut gemacht

Seit dem 29.12.2014 dürfen nur noch Welpen nach Deutschland eingeführt werden, die über eine gültige Tollwutimpfung verfügen. Eigentlich kein Problem, mag man denken. Zumal damit in erster Linie der illegalen Einfuhr von Welpen vor allem aus Osteuropa Einhalt geboten werden soll. Tatsächlich gibt es immer noch einen florierenden Welpenhandel mit Tieren, die unter unwürdigen Bedingungen gezeugt und aufgezogen wurden und oftmals auch selbst in einem miserablen gesundheitlichen Zustand sind. Oftmals wurden gewerbliche Einfuhren, die eher in den kriminellen Bereich gehören, als privat getarnt und den Behörden waren die Hände gebunden.

Mir persönlich ist es allerdings schleierhaft, warum diese armen Hunde immer noch Abnehmer in Deutschland finden. Es wurde und wird aufgeklärt über die zweifelhafte Herkunft. Es gab diverse Fernsehberichte darüber. Und nicht zuletzt stehen jedem Welpeninteressenten die digitalen Medien offen und ein Klick auf Google dürfte darüber aufklären, diese Welpen eben nicht zu kaufen und sich statt dessen an einen seriösen Züchter zu wenden. Vor dem Kauf eines Autos, einer Waschmaschine oder gar eines Haar-Föns wird intensiv geforscht nach den besten Bewertungen, um eine gute Entscheidung zu treffen. Geforscht wird natürlich auch nach dem günstigsten Preis. Und da haben illegale Hundevermehrer ganz klar die Nase vorn. Dass hier die Geiz-ist-geil Mentalität ein lebendiges Wesen trifft, scheinen doch viele einfach auszublenden.

Nun also diese neue Regelung. Der normale Abgabe-Termin für einen Welpen sind 8 Wochen. Das ist aus meiner persönlichen Erfahrung als Züchter und nach Erkenntnissen der Wissenschaft auch ein optimaler Abgabezeitpunkt. Gegen Tollwut kann erst mit 12 Wochen geimpft werden. Und dann dauert es noch einmal drei Wochen, bis der Impfschutz für den Gesetzgeber greift. So können also Welpen aus dem Ausland erst mit ca. 4 Monaten eingeführt werden

Das trifft nun direkt ernsthafte Züchter und deren Welpenkäufer. Der Züchter muss seine Welpen zusätzliche 2 Monate bei sich behalten. Eigentlich kein Problem, möge man meinen. Doch für so manchen Züchter, der diese Tätigkeit in seiner Freizeit ausübt und dafür seinen Urlaub opfert, ist es tatsächlich ein Problem. Zumal ein 8 Wochen alter Welpe viel Beschäftigung und direkten Anschluss an den Menschen braucht, um sich optimal zu entwickeln.

Für den Welpenkäufer bedeutet dies, dass er wichtige Wochen in der Entwicklung seines Welpen verpasst, die sich nicht nachholen lassen. Und natürlich sind auch die Kosten höher, da der Welpe in dieser Zeit auch verpflegt werden will.

Warum dann nicht einfach bei deutschen Züchtern kaufen? Zum einen kann man sagen, dass ein Welpenkäufer, der weite Wege ins Ausland auf sich nimmt, sicher ein bestimmtes Ziel mit dieser Auswahl verfolgt. Das macht man nicht so nebenbei. Aber eine gesunde Hundezucht braucht nun einmal Auffrischung für den Gen-Pool und genau das wird immer wieder gefordert – Zucht mit Hunden, die nicht eng miteinander verwandt sind. Bei manchen Rassen geht man auch gezielt ins Herkunftsland, weil die Auswahl in Deutschland nun einmal begrenzt ist.

Und auf diese Art und Weise wird mit der neuen Regelung denjenigen das Leben schwer gemacht, die genau das Gegenteil von Welpenhandel anstreben – seriöse, durchdachte Zucht, die auch Kosten und lange Wege nicht scheut. Und gerade diese Menschen werden sich auch an die neuen Impf- und Einfuhr-Vorschriften halten. Ob das auch für den illegalen Handel mit Hunden gilt, bleibt dahin gestellt. Es gäbe sicher auch andere Wege, um hier einen Riegel vorzuschieben. Oder man könnte Ausnahme-Regelungen machen für Hunde mit nachgewiesener Herkunft.

Letztendlich ist diese Regelwerk wie so vieles: Gut gemeint, heißt noch lange nicht gut gemacht. Schade.

Foto: © fotowebbox / Fotolia.com


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18. Februar 2016

Hundeerziehung- & Training – damals und heute

Als wir vor 30 Jahren mit unserem ersten Hund die Ausbildung für die Jagd begannen, Bestand unser Trainer auf zwei Dingen: Ein Stachelhalsband und Zwangsapport. Und beides haben wir dann auch ​(dummerweise) ​genutzt und getan. Allerdings nur sehr kurze Zeit, denn der Hund war eine sehr arbeitswillige, sanfte Labrador-Hündin, die von sich aus alles zuverlässig apportierte. Zwang brauchte man in ihrer Ausbildung eigentlich fast gar nicht und uns erschien ein Stachelhalsband völlig überflüssig. Der Trainer war zufälligerweise übrigens ein Engländer, der in Deutschland lebte. Zu dieser Zeit war Härte in der Hundeerziehung völlig normal, ebenso körperliche Bestrafungen.

Heute trainieren wir in einem Hundesportverein. Dort ist jegliche negative Einwirkung absolut verpönt. Ein simples „Nein“ wird so gerade noch geduldet. Eine straffe Leine ist dagegen schon Tierschutz-relevant.

Es hat sich also einiges verändert in der Hundeerziehung und im Training in den letzten Jahren. Letztendlich mag man meinen, dass es sich geradezu in sein Gegenteil verkehrt hat. Vieles hat sich meines Erachtens zum Besseren gewandelt. Die einseitige gewaltvolle Zwangserziehung wurde doch oft sinnlos, moralisch nicht vertretbar und dazu noch oftmals wenig effizient. In den letzten Jahrzehnten ist doch vieles zum Lernverhalten von Hunden erforscht worden, dass zudem eine solche einseitige Erziehung überflüssig macht. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass viele Hundebesitzer dennoch ziemlich unsicher sind über den „richtigen Weg“. Hinzu kommt, dass doch einige Methoden als die einzig wahre angepriesen werden mit fast religiöser Inbrunst.

Wir waren in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten bei vielen verschiedenen Trainern aus unterschiedlichen Ländern, die viele verschiedene Vorgehensweisen hatten und wir haben von jedem einzelnen profitiert. Letzt​lich jedoch waren zwei Erfahrungen für uns wegweisend.

So erlebte ich vor einigen Jahren, wie ein anerkannter Trainer und sehr erfolgreicher Hundeführer seinen Hund nach Abschluss der Prüfung auf dem Parkplatz übel und zudem noch völlig sinnlos schlug. D​ies​er hatte nicht so abgeschlossen wie erwünscht. Und so bin ich erst mal kritisch, egal wie erfolg- und einflussreich oder bekannt jemand sein mag.

Zum anderen sind wir in der glücklichen Lage, dass mehrere Hunde bei uns leben und wir zudem noch Welpen aufgezogen haben. Das Verhalten der Hunde untereinander ist ein hervorragender Lehrmeister, auch in der Aufzucht junger Hunde. Und Hunde sind im Umgang direkt​ -​auch körperlich​ -​ aber klar in ihrer Aussage. Dabei sind sie nicht unbedingt fair oder konsequent. Für einen Welpen macht es einen großen Unterschied, ob der erwachsene Hund gerade in seinem Korb nicht gestört werden will oder aber zum Spiel aufgelegt ist. Das lernt er schnell. Dafür sind sie allerdings auch tolerant gegenüber den unterschiedlichen Eigenheiten und teilweise erstaunlich fürsorglich untereinander.

Und so hat sich für uns die Maxime entwickelt, dass wir jeder Trainingsmethode und Trainer eine Chance geben. Orientiert sich diese daran, wie auch die Hunde miteinander umgehen und kommunizieren? Ist der Vorschlag so, dass die Hunde und wir davon profitieren und es funktioniert, ist das eine gute Vorgehensweise für uns. Wenn nicht, dann nicht. Für uns ist Hundeerziehung und –ausbildung keine Ideologie oder gar Religion. Gr​undlage ist das Wissen und der Respekt für das Wesen des Hundes und das Ziel, dass Mensch, Hund und die Umgebung gleichermaßen gut miteinander leben können und die verschiedenen Bedürfnisse in angemessener Weise befriedigt werden.

Foto: © melounix / Fotolia.com


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28. Januar 2016

Winter-Momente

wintermomente[1]

Ich glaube, im Leben jedes Hundebesitzers gibt es Momente des Zweifels, was man sich da antut. Bei mir sind die Zweifel gleich dreifach. Da ist der Garten zur Zeit eine reine Schlammwüste. Leider die Wohnung gleich mit, egal wie oft man saubermacht. 12 Hundepfoten verteilen den Schlamm gleichmäßig bis in den letzten Winkel. Oder der Teppich – gerade gesaugt. Manfred wälzt sich genüsslich darauf und anschließend wird sich noch ausgiebig geschüttelt. Und alles ist wieder voller Hundehaare.

Oder der Sonntagmorgen. Dankbarerweise darf man bis 9.00 Uhr schlafen. Dann allerdings schauen einen drei erwartungsvolle Augenpaare an. Und Paul springt gar aufs Bett und wedelt so voller Freude, dass man sich – endlich – nach einer so langen Nacht wiedersieht. Manou legt Ihre Pfote aufs Bett mit schaut mit großen Augen. Schon über 12 Stunden nichts gegessen – ein unerträgliches Gefühl. Und so macht man Hundefutter in der kalten Tenne noch bevor man sich selbst einen Kaffee gönnt.

Überhaupt, der Tag und das Wetter sind dazu angetan, mal den ganzen Tag im Bett zu bleiben oder wenigstens im Haus. Aber das geht einfach nicht. Und so begibt man sich bei wenigen Grad über Null hinaus aufs Feld. Der Wind bläst eisig, der Himmel ist grau und es regnet leicht – einfach komplett ungemütlich. Aber die Hunde springen aus dem Auto und legen einen begeisterten Sprint hin. Dazu entdeckt Manfred, dass sich der Graben am Feldrand mit Wasser gefüllt hat. Er tobt durch das schlammigen Wasser, dass es nur so spritzt, kehrt nach 200 Metern um, um sich kurz vor uns Menschen zu schütteln und schaut einen an mit dem speziellen Blick: „ ist das nicht wundervoll.“ Ganz langsam bläst der Wind auch uns den Kopf frei und wir sehen unseren Hunden zu, die unermüdlich über den Weg und das offene Feld laufen. Alle anderen sind zuhause geblieben und wir haben die Landschaft nur für uns und keiner muss an die Leine. Zuhause fällt angenehm auf, wie warm und gemütlich es doch ist. Zwei Stunden später finde ich mich auf dem Sofa wieder mit einem Buch und gewärmt von zwei Seiten. Alles, was zu hören ist, sind die leisen Schlafgeräusche meiner Hunde. So bedanke ich mich in Gedanken kurz für das Dach über dem Kopf, die Heizung und die Tatsache, dass ich satt bin. Paul und Manou haben ihren Kopf auf meine Beine gelegt. Mir gegenüber hat sich Manfred aufs Sofa bequem gemacht und streckt seine Beine in die Luft.

Und für diesen Moment ist die Welt völlig in Ordnung – was sie ja bei weitem nicht ist. Und dazu tragen die Hunde ein gutes Stück bei mit ihrer Art, das Leben immer ganz und sofort zu leben. Vielleicht sollten sich mehr Menschen Hunde zulegen – und ein Stück glücklicher werden. Dafür bekommt Paul sein Deckhaar gestreichelt und Manou ihr Ohr – einfach herrlich weich…


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8. Dezember 2015

Hannah

hannah2015[1]

Meine Hündin Hannah hat 13 Jahre meines Lebens mit mir geteilt. Sie kam hier zur Welt und ist auch hier gestorben. 13 Jahre sind eine sehr lange Zeit. Damals ging meine Tochter gerade zur Grundschule, heute ist sie erwachsen und lebt in einer anderen Stadt. Wir haben schon vieles gemeinsam erlebt in diesen Jahren. Dabei sollte Hannah eigentlich gar nicht bleiben. Ihr Bleiben ist einem Unfall geschuldet, den sie mit 8 Wochen mit ihrer Großmutter hatte und bei dem sie eine ziemliche Beule auf dem Nasenrücken davontrug. Hannah Hörnchen wurde sie danach genannt. Hannah musste niemand beibringen, wie man sich im Leben wohlfühlt. Sie hatte ein sonniges Gemüt und die Fähigkeit, unter nahezu allen Umständen zufrieden zu sein. Ihr Charakter machte es ihr leicht: sie musste nie ein Kuscheltier bewachen wie z. B. Paul. War ihr Lieblingsplatz besetzt, geriet sie nicht in Unruhe wie Manou – sie nahm einfach einen anderen. Sie hatte keinerlei Ambitionen, die Führung zu übernehmen. Oder das Rudel zu bewachen. Gearbeitet hat sie sehr solide, aber keineswegs grandios. Eine Zeit lang entwickelte sie mit ihrer Halbschwester Manou eine verhängnisvolle Strategie: Hannah stöberte das Wild auf und Manou setzte ihm nach. Das haben wir dann unterbunden.

Und so einiges in ihrem äußeren Erscheinungsbild war nicht im Golden-Standard zu finden. Aber die abfallende Kruppe, gebogene Rute und etwas aus dem Rahmen fallenden Kopf machte sie mit Charme wett – alle fanden, dass sie sehr nett aussah. Und das war sie auch, freundlich zu jedem Hund, jedem Tier und vor allem zu jedem Menschen. An ihrem Verhalten konnte man immer genau erkennen, um was für einen Hund es sich handelt. Wenn sie einen großen Bogen um ihn machte, dann war mit diesem Hund nicht gut Kirschen essen. Niemals in ihrem Leben geriet sie in einen Konflikt mit Artgenossen. Dabei hatte sie eine echte Vorliebe für Hunderiesen – Bernhardiner oder Doggen konnte sie herzerweichend anschmachten. Leider waren auch ihre Zähne eher schief, was eine Zuchtkarriere ausschloss. Für das Wesen war es wirklich schade, aber sie konnte wunderbar mit Welpen spielen und sich um sie kümmern. Noch in den letzten Jahren war sie eine hingebungsvolle Tante für Manfred, unseren Rüden. Jederzeit zu einem Spiel bereit, es genügte schon eine kleine Aufforderung. Überhaupt gespielt – keiner unserer Hunde hatte einen so ausgeprägten Sozialkontakt zu jedem anderen Hund im Rudel wie sie. Außer zu ihrer Mutter – sie bevorzugte Hannahs Halbschwester und hat nach deren Geburt nicht mehr mit Hannah gespielt – das sage mal einer, dass das Leben gerecht sei. Aber die anderen Hunde haben Hannah entschädigt. Hannah konnte jederzeit in einen totalen Entspannungsmodus umschalten – auch wenn das Leben um sie tobte. Sie lag einfach auf dem Rücken auf irgendeinem Sofa und schlief. Andererseits konnte sie auch lange Zeit im Garten sitzen und alles in sich aufnehmen. Mit der Nase, mit den Ohren, aber vor allem mit den Augen. Sie war ein ausgesprochener „Seh-Hund“. Ich habe mich oft gefragt, was sie da so alles registriert mit allen Sinnen – ganz versunken in das Hier und Jetzt.

hannah20151[1]Der Sommer war sicher ihre Lieblings-Jahreszeit, ausgiebige Sonnenbäder inklusive. Und der Herbst, denn da konnte man im Garten so manches Fressbare finden. Fressen war auch eine besondere Leidenschaft. Zugegeben – gerochen hat sie nicht immer gut. Kein anderer Hund hat es bisher geschafft, bei fast jedem Spaziergang ein übelriechendes Parfum zu finden und sich darin zu wälzen. Und dennoch, sie schaffte es immer, mich allein durch ihre Anwesenheit und ihr Wesen ein Stück weit besser gelaunt zu machen. Und nichts war so tröstlich in Unglück oder Krankheit wie Hannah, die zuverlässig wie ein Fels in der Brandung neben einem saß oder lag. An ihren letzten Stunden hat sie mir noch etwas beigebracht: auch das Sterben braucht Zeit und am besten jemand, der neben einem sitzt. Erstaunlicherweise hatte ich so ein Gefühl, das mich nach ihr sehen ließ. Und da war mir eigentlich klar, dass es zu Ende geht. Leider habe ich meinem Gefühl nicht getraut und sie noch einmal zum Tierarzt gebracht. Aber dann war sie doch zu Hause in ihrem Korb und das Sterben hat nicht viel länger gedauert als ihre Geburt. Da gab es keine Regenbogenbrücke, es war eine ganz irdische Angelegenheit. Aber „Energie geht nicht verloren“, belehrte mich mein Sohn.Wenn ich etwas von Hannah gelernt habe, die in keiner messbaren Leistung ausgewöhnlich war und mein persönlicher „Luxushund“, dann das: Sich mit sich selbst, den anderen und der Welt in diesem ganz alltäglichen Leben wohlzufühlen. Und wenn sie wieder Energie geworden, dann ganz sicher als „Good vibrations“…


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17. September 2015

Leiden mit Stil

Sommerhitze

Wenn man auf dem Land lebt, hat man so manch gebetene und auch jede Menge ungebetene tierische Gäste. In unserem Fall entdeckten wir direkt in der Hauswand ein Hornissen-Nest. Bei diesen doch ziemlich großen Insekten wurde mir ein wenig mulmig zumute. Zumal sie auch Nacht-aktiv sind und sich zu mehreren Exemplaren am späten Abend in unserem Badezimmer einfanden. Aber Wissen hilft gegen Voruteile. Sie sind weniger aggressiv als Wespen und Bienen und ihr Stich ist zwar schmerzhaft, aber auch nicht gefährlicher als der einer Biene. Zudem sind sie doch ziemlich träge im Flug und nachdem wir in einer nächtlichen Einfang-Aktion alle verirrten Hornissen wieder nach draußen gebracht hatten, halten wir jetzt am Abend die Fenster zum Hof einfach geschlossen, da sie das Licht sonst ins Haus lockt.

Eine gefährliche Seite gibt es jedoch. Manfred ist ein echter Fliegenfänger, im übertragenen, aber auch im wörtlichem Sinne. Und dabei recht erfolgreich. Und so habe ich doch Sorge, dass er aus Versehen mal eine Wespe oder eben auch Hornisse schnappt. Stiche in der Rachengegend sind keine Freude. Aber bisher ist alles gut gegangen.

Weniger gut ging es Paul. Bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen – dem Fressen – trat er auf ein Exemplar und das stach zu. Paul war sofort schwer verletzt. Er entfernte den Stachel zwar selbst aus der Pfote, aber dann war dieses Bein überhaupt nicht mehr zu gebrauchen – was ihn nicht davon abhielt, auf drei Beinen noch schnell aufzufressen. Danach allerdings machte er jedem klar, wie groß sein Schmerz war. Ganz sicher hat es ihm weh getan. Andererseits kann kein Hund so gut, so ausdauernd und so mitleidheischend leiden wie unser Cocker Spaniel. Als dann der Spaziergang anstand, war eine Spontan-Heilung zu sehen. Konnte er vorher noch kaum laufen, so sprang er dann in das Auto, als sei nie etwas gewesen. Er sollte zum Film gehen bei seinem Talent…


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27. August 2015

Überraschende Aufgaben für alte Hunderassen

Sommerhitze

Es gibt schon seltsame Zufälle oder anders gesagt: die Hundewelt ist klein. Bei einem Ausflug nach Rom traf ich in einem Bekleidungsladen einen Mexikanischen Nackthund. Die sind an sich schon sehr selten und zeichnen sich durch das Fehlen von Fell aus. Nein, keine neue Züchtung, sondern eine sehr alte Hunderasse, bei der in einem Wurf Hunde mit Fell, aber eben auch haarlose fallen. Die Hündin war aufmerksam, ruhig und freundlich. Der Besitzer war ein Deutscher aus Berlin, der regelmäßig eine Zeit in Mexiko lebt und so auf diese Rasse aufmerksam wurde.

Es stellte sich heraus, dass sie als Anfall-Warnhund ausgebildet war. Man hat herausgefunden, dass ca. 10 % der Hunde ohne spezifische Ausbildung einen epileptischen Anfall bei Menschen vor Beginn registrieren. Viele dieser Hunde sind weiblich. In der Ausbildung lernen sie, den Menschen durch auffälliges Verhalten darauf hinzuweisen, so dass dieser eine sichere Umgebung schaffen kann. Ebenfalls können sie im Zweifel einen Notruf auslösen oder notwendige Medikamente holen. Ich sah letztlich ein Video, in der eine bemerkenswerte junge Frau diesen Ablauf gefilmt hat. Der Hund blieb bei ihr während dieser Zeit und beobachtete sie aufmerksam. Anschließend kümmerte er sich durch Lecken um sie und half damit, wieder zu Bewusstsein zu kommen. Es gibt kritische Stimmen, dass dies den Hunden zu viel Streß zumute und die Vorhersage auch nicht zuverlässig sei.

Dieser junge Mann jedoch ist völlig anderer Meinung und verlässt sich völlig auf seine Hündin. Die Rasse ist zudem nicht zufällig gewählt. Da sein Hund in überall hin begleitet und sogar im Flugzeug neben ihm bleibt, ist die Haarlosigkeit in diesem Falle ein Vorteil für seine Umgebung, wenn z.B. jemand allergisch auf Hundehaare reagieren würde. Ich finde es sehr faszinierend, welch unterschiedliche Fähigkeiten Hunde besitzen und wie man sie einsetzen kann. Diese spezielle Hündin machte zumindest einen sehr entspannten und zufriedenen Eindruck.

Na ja, und angefasst habe ich sie auch. Es ist schon etwas Besonderes, statt weichem Fell die Haut zu berühren. Diese war glatt und ein wenig wie Leder. Durch eine dunkle Pigmentierung ist sie Sonnenstrahlung gegenüber ziemlich unempfindlich und da die Haut auch etwas dicker ist als bei anderen Rasse ungefähr zu kälteempfindlich wie andere kurzhaarige Rasse. Alles in allem, sehr spannend…


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30. Juli 2015

Hau ab, oder ich töte dich! …aber sonst war alles gut

Sommerhitze

Eine Fahrt mit dem Wohnmobil mit vier großen Hunden, zwei jungen und zwei nicht mehr ganz jungen Menschen ist eine ziemliche Herausforderung. Alle Bedürfnisse wollen befriedigt werden: gute Spaziergänge mit den Vierbeinern, interessante Dinge zum Erleben und Ansehen und schließlich eine gutes Restaurant für das leibliche Wohl. So kann es sein, dass man am Morgen noch im Allgäu auf Wiesen läuft, anschließend eine Stadt besichtigt und am Abend in einem schönen Restaurant direkt am Rhein zu Abend isst und schließlich direkt da den Sonnenuntergang betrachtet – wenn alles gut läuft.

Eigentlich ist ja genug Platz in diesem Wohnmobil für alle. Nur leider haben gerade die Hunde die Angewohnheit, am liebsten alle vorne im Fußraum zu liegen. Wenn das nicht geht, dann zumindest direkt im Zugang mit Blick nach vorne. Im hinteren Bereich dafür sehr viel Platz. Es sei denn nachts – dann ist gerade die Toilettentür immer blockiert, weil irgendein Hund genau da und nur da liegen will. Aber insgesamt lässt es sich doch ganz gut aushalten.

Am besten hat dieser Ausflug ausgerechnet meiner alten Golden Hündin Hannah gefallen. Im Wohnmobil hat sie ihren Platz unter Bank und Tisch gefunden, der dann für sie reserviert war. Wenn wir irgendwo anhielten, schaute sie sich um als wolle sie sagen: „Kenne ich nicht, die Gegend, ist aber schön!“ und dann hoppelte sie los in ganz ungewohnter Geschwindigkeit. Ich denke, dass es ihr manchen Tagen in unserem Garten ganz ähnlich geht. Aber hier musste man höllisch aufpassen, dass sie sich nicht in irgendwelche Fluten stürzte, aus denen sie nie wieder ohne Hilfe herausgekommen wäre. Sie genoss alles in vollen Zügen und war sehr zufrieden am Abend in einem Restaurant zu liegen und mit ölgetränktem Weißbrot gefüttert zu werden. Es gab viele unbekannte Hunde, die man begrüßen konnte. Ihr Highlight war sicher ein gemeinsames Bad von Hund und Mensch im Rhein und ein Picknick auf einer Waldwiese.

Brenzlige Situationen gab es auch. So als beispielsweise eine nette, ältere Dame mit uns plaudern wollte während unseres Frühstücks. Unseligerweise hatte sie Maurice dabei, einen kleinen Pinscher-Rüden, der in wenigen Metern Abstand auf und ab lief und provozierend sein Bein hob. Paul saß fassungslos unter unserem Tisch und alles an ihm sagte: „Hau ab, oder ich töte dich!“ Maurice hat es verstanden und hielt den Abstand. Als schließlich noch Hannah hinlief und sich vor dem Macho-Zwerg auf dem Boden warf, hat er sich nur noch angewidert abgewandt und stattdessen die Gänse am anderen Flussufer beobachtet. Dann war auch seine Welt wieder in Ordnung…


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16. Juli 2015

Der Hund ist weg!

Sommerhitze

Das Leben mit alten Hunden ist manchmal eine Herausforderung. So auch mit Hannah​ unserer Golden Retriever Hündin​, die inzwischen fast 13 Jahre alt ist. Eigentlich ist sie für ihr Alter noch ganz fit. Sie begleitet uns auf den täglichen Spaziergängen und wackelt so in ihrem eigenen Tempo. Die Hinterhand ist nicht mehr so gut, springen geht nur noch bedingt und sie wird jetzt immer ins Auto gehoben. Aber sie nimmt an allem teil.

Leider auch an Sprüngen in den Bach mit den anderen Hunden. Die Böschung hinunter kommt man noch gut, aber raus wird es wirklich schwierig. So auch heute, als sie vergeblich versuchte, auf das schlammige Ufer hinaufzuklettern und immer wieder zurück in den Bach rutschte. ​Alles​ half nichts, sie brauchte Hilfe. Also begab ich mich selbst auf eine Rutschpartie ​die ungefähr zwei Meter tiefe Böschung hinab ​und bekam sie mit Mühe zu fassen, um sie herauszuziehen, was nach einigen Anläufen auch gelang, wobei ich allerdings meine Brille verlor. ​Doch auch die fand sich wieder. Danach allerdings war ich bis zu den Hüften und an beiden Armen mit Schlamm bedeckt. Zukünftig werde ich aufpassen wie ein Luchs, noch bevor sich Hannah in die Fluten stürzt.

Einen echten Schrecken hat sie uns vor einigen Tagen eingejagt, als sie einfach verschwunden war. Unsere Tochter hatte sie kurz zuvor noch gesehen, aber beim Abmarsch zu abendlichen Gang war sie einfach nicht auffindbar. Und wir konnten nicht mit letzter Sicherheit sagen, dass die Tür zum Hof die ganze Zeit geschlossen war. Nach einer intensiven Hausdurchsuchung folgte der Garten und von Hannah keine Spur. Aufgrund der Taubheit war auch Rufen völlig überflüssig. So kamen wir zu dem Schluß, so unwahrscheinlich der auch war, dass sie einen Ausflug gemacht hat. Das ist nun gar nicht ihre Art, sie schnuppert höchstens mal den Hof ab. Aber trotzdem – ein großer Hilfstrupp wurde aus den Freunden meines Sohnes zusammengestellt, wir selbst fuhren mit dem Auto alle möglichen und unmöglichen Wege ab. Die Polizei wurde informiert, das Tierheim, sogar der Jagdpächter, der sehr verständnisvoll reagierte. Nach Stunden schließlich wurde es dunkel und immer noch kein Ergebnis. Ich malte mir inzwischen alle Schreckens-Szenarien aus, Hannah hilflos im Graben, Hannah überfahren auf der Straße, Hannah einsam im Wald und war wirklich ratlos. Da polterte es auf der Treppe und wie ein Geist kam sie schließlich aus dem oberen Stockwerk. Wir waren erst mal sprachlos, sie jedoch hungrig und deshalb wahrscheinlich aufgewacht. Man sagt das so: Hat sie ja noch nicht gemacht und tatsächlich läuft sie ​niemals die Treppe hoch, zumal sie das auch nur noch mit Mühe schafft. Aber in diesem Falle wohl doch und sie hat sich wohl in einem Abstellzimmer eine Höhle gesucht, die wir nicht entdeckt haben.

​“​Wo ist Hannah​“​ ist nun ein geflügeltes Wort in unserer Familie. Aber zumindest ist sie zukünftig wohl unter ständiger Beobachtung. So viel Aufregung, von der zumindest eine kaum etwas gemerkt hat – Hannah selbst!


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Paul
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